Geld oder Leben

Ein Theaterstück inspiriert vom gleichnamigen Roman von Birgit Vanderbeke.

«Wenn nur alle dran glauben, wird es schon funktionieren, und die, bei denen es nicht funktioniert, haben eben nicht stark genug dran geglaubt.»

Sie glaubte nicht an Geld. Sie glaubte an Wurstsalat und ihre Kletterpflanze. Sie war eine unbeirrbare Vertreterin des Selbstgestrickten jenseits politischer Ideologien. Und nun ist sie tot. FRADS lässt die Protagonistin aus Birgit Vanderbekes Roman «Geld oder Leben» sterben und beschäftigt sich in mit der Frage, woran wir eigentlich glauben.

In «Geld oder Leben» entwirft Vanderbeke das Portrait einer Frau, in deren Biographie sich die letzten 50 Jahre der Geschichte Deutschlands – beziehungsweise Europas spiegeln. So sah die Protagonistin verschiedenste Systeme und politische Bewegungen entstehen und scheitern: Von der DDR über studentische Versuche von Basisdemokratie an den Universitäten der BRD bis hin zum Feminismus und der «Nein-Danke»-Bewegung – allen Entwicklungen voran der westliche Kapitalismus.
Vanderbekes Roman ist bestechend aktuell. Er macht deutlich, wie politische Bewegungen und gesellschaftliche Fragen, beispielsweise in Bezug auf Atomkraft oder Finanzsysteme, plötzlich unter neuen Vorzeichen wiederkehren können. Denn heute ist es wieder legitim zu fragen: Glaubt ihr wirklich daran – an Geld?

Zusammen mit der Berner Jungautorin Saskia Winkelmann spinnt FRADS Vanderbekes Text weiter zu einem fantasievollen wie kritischen Theaterabend. Ausgangspunkt ist der Nachlass der Verstorbenen; ein Archiv der Erinnerungen konserviert in unzähligen Einmachgläsern: Fotos, Tagebuchseiten, Telefonrechnungen, Kleidungsstücke, Blumen, Briefe, Fahrkarten... Nun ist es an den Hinterbliebenen, das Erbe zu ordnen, Unbrauchbares auszusortieren, Bedeutendes aufzuheben. Drei Frauen werden konfrontiert mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart.

«Wie immer, wenn der Rest der Welt befremdlich wird, gehen die Leute in Gruppen, weil man da besser an etwas glauben kann, als wenn man nur allein mit sich selbst an etwas zu glauben versucht.»

Aufführungsdaten

Medien

Texte: Birgit Vanderbeke, Saskia Winkelmann
Regie: Irena Allemann, Isabelle Jakob
Dramaturgie: Alexandra Portmann
Spiel: Ruth Huber, Anna Messmer, Daniela Ruocco
Off-Stimmen: Lucia Bühler, Vincent Heppner,
Maximilian Reichert, Simone Ryser, Anne Welenc
Allrounderin Ton und Austattung: Lea Fröhlicher
Produktionsleitung: Ruth Huber, Lucia Bühler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Lucia Bühler
Grafik: Irena Allemann