Zehn Wahrheiten

«Wir hatten einmal Hallo in den Hexenkessel Welt hineingerufen und waren schnell weggerannt, ehe jemand antworten konnte.»

Trailer: www.art-tv.ch

Das Kollektiv «Frühstück auf der Szene» serviert «Zehn Wahrheiten». Ein szenisches Lesespektakel mit Kurzgeschichten von Miranda July.

Sie begegnen sich und bleiben doch allein. – Miranda Julys Figuren sind schüchtern, stur, aufdringlich, seltsam und irritierend liebenswert. Auf der Suche nach der unmöglich scheinenden Zweisamkeit wagen sie sich trotz ihrer vielfältigen Ängste in soziale Situationen wie Nähgruppen für Morgenmäntel, Romantik-Seminare für Frauen, Paartherapie auf dem Filmset und Schwimmkurse auf dem Trockenen.
«Frühstück auf der Szene» montiert die Schwimmbrillen, zückt die Textbücher und taucht ab in eine Welt der grossen Träume und kleinen Katastrophen. Ein Abend mit absurden Dialogen, leisen Zwischentönen und Mut zur Romantik. Für einmal gehört die Bühne jenen, die sonst keine grosse Klappe haben, jenen, die in der zweiten Reihe tanzen – im ganz eigenen Takt.

Mit besonderem Augenmerk auf Julys charakteristische Mischung von alltäglicher Tragik und feinsinnigem Witz interpretieren Anna Messmer und Ruth Huber ausgewählte Kurzgeschichten aus der Sammlung «Zehn Wahrheiten». Handfestes Spiel, surreale Filmsequenzen, der passende Soundtrack und nicht zuletzt die Imagination öffnen Türen zu seelischen Hinterzimmern und geheimen Herzkammern. Dorthin, wo (vielleicht) überraschende Wahrheiten verborgen liegen. Zusammen mit dem Publikum begibt sich «Frühstück auf der Szene» auf eine Achterbahn der Gefühle durch Geschichten, die in ihrer berührenden Alltäglichkeit auch unsere eigenen sein könnten.

«Er hob ein Buch, das auf dem Fussboden lag, mit zwei Fingern auf und hielt es in die Luft. Der Untertitel des Buchs war ‹Ohne Frust – Liebe und Lust in festen Beziehungen lebendig halten.› Ich war dabei, es Wort für Wort durchzuackern. Bislang hatte ich ‹Ohne Frust› geschafft und wollte gerade zu ‹Liebe› übergehen. Ich machte mir Sorgen, dass ich, wenn ich einmal bei ‹festen Beziehungen› angelangt war, das ‹Ohne Frust› schon wieder vergessen haben würde. Von ‹Lust› und all den anderen Wörtern gar nicht zu reden.»

Aufführungsdaten

Produktionsleitung: Ruth Huber, Alexandra Portmann
Spiel: Anna Messmer, Ruth Huber
Regie: Alexandra Portmann, Irena Allemann   
Mediale Gestaltung: Irena Allemann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Lucia Bühler